Von Effizienz zu Exzellenz: So nutzen Marken KI wirklich sinnvoll – mit Markenberater Kai Bösterling

Was dich in dieser Folge erwartet

In dieser Episode spreche ich mit Markenberater Kai Bösterling über die Frage, wie Künstliche Intelligenz Markenarbeit verändert – und wo die Chancen und Gefahren liegen.

Wir diskutieren:

    • Weshalb der wahre Paradigmenwechsel in Qualität und Nutzen liegt – nicht in Effizienzsteigerung
    • Warum blinder Fatalismus und Euphorie gleichermaßen in die Irre führen
    • Wie Agenturen und Unternehmen ihre Rolle neu definieren müssen: von Asset-Produzenten zu Organisationsentwicklern und Brückenbauern
    • Welche Bewertungsmaßstäbe entscheidend sind, damit KI eine Marke stärkt – statt sie zu beschädigen

Unser Fazit: Markenarbeit ist Organisationsarbeit. KI kann Prozesse beschleunigen und Daten verfügbar machen – aber die eigentliche Verantwortung liegt bei den Menschen, die Haltung, Sinn und Empathie gestalten.

Eine Episode für CMOs, Geschäftsführer:innen und Entscheider, die wissen wollen, wie man KI sinnvoll, markengerecht und zukunftsfähig integriert.

Weiterführende Links: 

Link zur Mewes-Theorie: (https://sinnstiften.biz/eks-engpass-konzentrierte-strategie/)

Download Studie: Verbesserung der Geschäftsergebnisse durch Organisationsdesign: https://joshbersin.com/wp-content/uploads/2022/03/OD-22_03-DefGuide-to-Organization-Design-Journey-to-Agile-Definitive-Guide.pdf

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Künstliche Intelligenz gilt als größte Disruption der Werbe- und Markenbranche seit Jahrzehnten. Doch während sich viele Debatten auf Effizienz, Automatisierung und Kostensenkung konzentrieren, stellt diese Podcast-Episode eine andere, unbequeme Frage: Was passiert mit einer Marke, wenn Effizienz zum Selbstzweck wird?

Die aktuelle Krise der Werbebranche zeigt, dass klassische Geschäftsmodelle unter massivem Druck stehen. Insolvenzen und Restrukturierungen machen deutlich, dass die Zeiten, in denen Agenturen primär durch die Produktion von Assets wie TV-Spots oder Plakaten Wert geschaffen haben, vorbei sind. Viele operative Aufgaben können Unternehmen heute selbst übernehmen oder automatisieren. Der eigentliche Engpass liegt nicht mehr in der Umsetzung, sondern in der strategischen Orientierung.

Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Unterscheidung zwischen zwei grundlegend unterschiedlichen Arten, KI einzusetzen. Auf der einen Seite steht Automatisierungs-KI, die darauf abzielt, menschliche Arbeit zu ersetzen und Prozesse effizienter zu machen. Dieser Ansatz birgt aus Markensicht ein erhebliches Risiko, da er häufig zu austauschbarem Content und mangelnder Differenzierung führt.

Auf der anderen Seite steht AI Augmentation, also die bewusste Erweiterung menschlicher Fähigkeiten durch Technologie. Die entscheidende Frage lautet hier nicht, wie Prozesse billiger werden, sondern wie Produkte, Dienstleistungen und Markenerlebnisse besser werden können.

Im weiteren Verlauf der Episode wird deutlich, dass Markenarbeit untrennbar mit Organisationsarbeit verbunden ist. Eine Marke entfaltet ihre Wirkung nur dann, wenn sie tief in der Organisation verankert ist. Viele Customer Journeys scheitern nicht an fehlender Technologie, sondern an mangelnder Zusammenarbeit zwischen Abteilungen wie Marketing, Vertrieb und Service. Silos verhindern ein konsistentes Markenerlebnis. Deshalb braucht es Rollen, die eine ganzheitliche Perspektive einnehmen und Brücken zwischen Funktionen bauen, statt ausschließlich in Kanälen oder Tools zu denken. Ein durchdachtes Organisationsdesign korreliert nachweislich mit höherer Kundennähe und besseren Geschäftsergebnissen.

Wie entscheidend Struktur und Zusammenarbeit sind, illustriert Kai Bösterling am Beispiel des HSV. Der sportliche Aufstieg in die erste Liga gelang seiner Analyse zufolge nicht durch spektakuläre Neuverpflichtungen, sondern durch eine veränderte Organisation. Trainer, Analysten und Spieler arbeiteten auf Augenhöhe zusammen, Verantwortlichkeiten wurden geteilt, etwa durch einen Spielerrat. Dieses Beispiel lässt sich auf Unternehmen übertragen: Nicht individuelle Exzellenz entscheidet über Erfolg, sondern die Qualität der Zusammenarbeit.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Voraussetzung für einen sinnvollen KI-Einsatz. Bevor KI echten Mehrwert schaffen kann, müssen grundlegende digitale Strukturen vorhanden sein. Kai schildert ein Pflegeheim, in dem digitale Dokumente ausgedruckt werden, um sie in Ordnern abzuheften. Solche Medienbrüche zeigen, dass vermeintliche Digitalisierung ohne strukturelle Klarheit keine Entlastung bringt. Erst wenn Prozesse wirklich digital gedacht sind, kann KI Raum für menschliche Qualität schaffen.

Um den Einsatz von KI mit der Marke in Einklang zu bringen, empfiehlt Kai vier Bewertungsgrundsätze. Erstens sollte jede KI-Maßnahme einen echten Nutzen für das Markenerlebnis des Kunden schaffen. Zweitens muss die Marke empathisch bleiben und darf nicht technokratisch wirken. Drittens ist Transparenz entscheidend: Kunden sollten verstehen, wo KI eingesetzt wird und welchen Mehrwert sie daraus ziehen. Viertens sollte KI Teilhabe ermöglichen, indem sie Kunden einlädt, Teil der Marke zu werden und diese mitzugestalten.

Im Fazit wird klar, dass sich die Rolle von Agenturen grundlegend verändern muss. Statt reine Asset-Produzenten zu sein, werden sie zu strategischen Beratern, Qualitätsmanagern und Begleitern von Veränderungsprozessen. Markenführung ist heute eng mit Kultur- und Organisationsentwicklung verbunden.

KI ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Verstärker. Sie kann Marken stärken – oder sie austauschbar machen. Entscheidend ist nicht die Technologie, sondern die Haltung, mit der sie eingesetzt wird.

Vier Bewertungsgrundsätze für den KI-Einsatz in Marken

Unternehmen sollten jede KI-Initiative anhand dieser vier Kriterien prüfen:

  1. Nutzen – Verbessert die KI das Markenerlebnis für den Kunden?

  2. Empathie – Bleibt die Marke menschlich und persönlich?

  3. Transparenz – Ist klar kommuniziert, wo und wie KI eingesetzt wird?

  4. Teilhabe – Ermöglicht die KI Mitgestaltung und Nähe zur Marke?

Diese Fragen helfen, Effizienz von echter Markenstärkung zu unterscheiden.

Über mich.

Ich begleite eure 𝐌𝐚𝐫𝐤𝐞𝐭𝐢𝐧𝐠- 𝐮𝐧𝐝 𝐕𝐞𝐫𝐭𝐫𝐢𝐞𝐛𝐬𝐨𝐫𝐠𝐚𝐧𝐢𝐬𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧 zu mehr 𝐓𝐫𝐚𝐧𝐬𝐩𝐚𝐫𝐞𝐧𝐳, 𝐊𝐥𝐚𝐫𝐡𝐞𝐢𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐫𝐮𝐤𝐭𝐮𝐫 –
change system, not people.
Ich habe mehr als 25 Jahre Berufserfahrung und bin zertifiziert in Business Coaching und Organisationsdesign.

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Was andere über mich sagen

Axel Neuhaus Leistungsfähige Organisationen entstehen durch Verantwortungsarchitektur. In 100 Tagen ist sehr viel möglich.

"Als Leiter Digitales Marketing habe ich Angelika als einen wunderbaren Menschen, tragende Säule des Beratungs-Teams und auch persönlichen wichtigen Sparringspartner kennen und schätzen gelernt!"

Axel Neuhaus
Leiter Digitales Marketing, Volkswagen
lena Leistungsfähige Organisationen entstehen durch Verantwortungsarchitektur. In 100 Tagen ist sehr viel möglich.

"Ich kenne und schätze die Zusammenarbeit mit Gela sehr. Wir arbeiten seit 2019 immer wieder erfolgreich in Projekten zusammen. Ihre Proaktivität, Schaffenskraft und ihr Ideenreichtum zeichnen sie extrem aus. Sie zeigt neue Wege auf und bringt mit ihrem wertvollen externen Blick Schwung in die Organisation. Gerne empfehle ich die Zusammenarbeit mit ihr und stehe auch für direkten Austausch/Feedback zur Verfügung. Ganz viel Erfolg weiterhin, auf bald und alles Liebe, Lena"

Lena Jakob
Regionale Marketing Direktorin, SAP Concur
Empfehlung Angelika Ballosch, Marketingberatung

"Seit 2019 unterstützt uns Gela immer wieder erfolgreich in verschiedenen Abteilungen und Projekten - zuletzt als Projektleitung im Rahmen unseres Markenlaunchs auf der Zukunft Personal Europe 2022. Gela arbeitet sich sehr schnell und eigenständig in komplexe Projekt- und Teamstrukturen ein, hinterfragt kritisch (und bringt so frischen Wind von Extern) und behält stets den Überblick über Ziele, Budget und Termine. Mit Gelas Erfahrung und wertvoller Unterstützung können wir unsere Projekte schnellstmöglich auf die Straße und erfolgreich zum Abschluss bringen. Darüber hinaus prägen ihre stets positive und fröhliche Art unsere Zusammenarbeit und den Zusammenhalt im Team! Wir freuen uns schon jetzt auf viele weitere, zukünftige Projekte mit Gela und können die Zusammenarbeit wärmstens empfehlen!"

Marie-Catharine Bescht
Senior Marketing Managerin, Onlyfy (New Work SE)
eva Leistungsfähige Organisationen entstehen durch Verantwortungsarchitektur. In 100 Tagen ist sehr viel möglich.

"Frau Ballosch ist mit Hingabe und einem Höchstmaß an Qualität an einem erfolgreichen Coaching interessiert. Die Themen werden mal analytisch, mal spielerisch angegangen, sodass Methodiken vertieft und praktisch erlernt werden können. Ihr Potenzial flexibel auf die Person einzugehen macht sie zu einem sehr kompetenten Partner in Sachen Leadership. Ich würde sie jederzeit weiterempfehlen. Mit gestärktem Selbstbewusstsein, einer Vielzahl an Methoden und neuen, frischen Ideen für mein Team freue ich mich auf meine Tätigkeit als Führungskraft."

Eva Robert
Account Director TRACK GmbH
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"Frau Ballosch hat den Blickwinkel für Fragestellungen erweitert und Lösungsansätze gefunden, die ohne ihre professionelle Unterstützung so nicht zustande kämen.Wertvolles Coaching mit Tiefgang! "

Urte Hildbrand
Strategic Sales Manager, New Work SE

Autor

Angelika Ballosch ist Marketingexpertin und Organisationsentwicklerin mit 25 Jahren Berufserfahrung.