KI im Marketing - heißer Scheiß oder kalter Kaffee?

KI im Marketing - heißer Scheiß oder kalter Kaffee?

Das Thema künstliche Intelligenz wird heutzutage immer relevanter – und spielt mittlerweile auch im Marketing eine große Rolle. Doch handelt es sich bei KI wirklich um einen essentiellen Bestandteil des Marketings? Und wieso genau sollten wir KI lieben? Warum ist es ein Fehler, die Entwicklung zu ignorieren?

Diese Fragen sowie die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz im Marketing betrachten unsere 3 Impulsgeber*innen an diesem Abend:

Isabelle Ewald ist KI-Referentin beim IT-Dienstleister Dataport. Überdies schreibt die monatliche Kolumne “Aus dem Maschinenraum” in der Absatzwirtschaft und ist Co-Host des dreiwöchentlich erscheinenden True-Crime-Podcast „Mind the Tech“, der sich um den Tatort Internet dreht.

Ihr Impuls: Alle reden von Plattform-Ökonomie, Ökosystemen und Hyperscalern. Wie kann die öffentliche Verwaltung ihren Platz darin behaupten? Am Beispiel von data[port]ai wird gezeigt, wie der Public Sector seinen Beitrag an Wertschöpfung und Wachstum leisten will – auch über die Grenzen der eigenen Domäne hinaus.

Ihr Impuls:

Meik Vogler ist Geschäftsführer von Yours Truly, einer Agentur für nutzerzentrierte Markenkommunikation mit Standorten in Hamburg und Düsseldorf. Er berät seit vielen Jahren Unternehmen darin, die digitalen Chancen für die eigene Marke zu nutzen. Vor seinem Einstieg bei Yours Truly arbeitete er u.a. für Ogilvy, die Plan.Net Gruppe und Jung von Matt. Meik trägt CRM im Herzen und ist Ambassador vom Artificial Intelligence Center Hamburg e. V.

Sein Impuls: Marketing ohne KI ist wie Schnitzel ohne Pommes – oder warum wir alle KI lieben sollten.

Interessantes Beiwerk oder doch essentieller Bestandteil? Welche Rolle Künstliche Intelligenz (KI) im modernen Marketing spielt und warum es ein fataler Fehler ist, KI zu ignorieren, zeigt er anhand von greifbaren Beispielen.

Sein Impuls:

Dr. Jonathan T. Mall ist CEO und Co-Founder von Neuro Flash, und hat nach seiner Promotion in Neuropsychologie vor allem im Bereich Big Data und visueller und semantischer Marketing-Optimierung gearbeitet. Neuromarketing und die Etablierung Wissenschaftlicher Methoden in Quantitativer Marktforschung stehen in seiner Arbeit klar im Fokus.

Sein Impuls: Konsumenten kaufen komisch – Wie KI den Blick in Kundenköpfe ermöglicht

Worte haben eine magische Kraft. Denn was täglich gehört und gelesen wird, prägt unsere Gedanken. Mit Künstlicher Intelligenz kann überraschend viel über die Gedanken und Assoziationen “da draußen” herausgefunden werden. Dieser Vortrag erörtert an Business Cases mit Volkswagen, Migros und der Swisscom, wie KI eine neue Art der Markenpositionierung und automatische Inhaltserstellung möglich macht.

Sein Impuls:

Ihr möchtet bei solchen Events dabei sein? Komm in unsere Marketing Hamburg Gruppe auf XING!
Über 1.600 Marketeers sind schon dabei!


Wer glaubt, dass Innovation reiner Zufall ist?

Wer glaubt, dass Innovation reiner Zufall ist?

Glaubt ihr eigentlich, dass das Zufall ist? Also dass Unternehmen konsequent innovieren? Die fancy Produktvorstellung auf der nächsten noch fancier Messe?
Unsichtbar sind die vielen Stunden Grundlagenarbeit dahinter. Unsichtbar ist die permanente Transformationsarbeit dahinter. Diese haben Bedingungen geschaffen, die Kreativität und somit Innovation wahrscheinlicher machen.

  • Innovation wird nicht einfach hergestellt. Sie ergibt sich, wenn die Rahmenbedingungen im System Ideen fördern.
  • Man wird nicht einfach so Marktführer. Marktführerschaft ist das Ergebnis guter Produkte und diese sind das Ergebnis von Talenten, Organisation und Strategie.
  • Auch eine starke Marke ist kein Zufall.

Wenn ich über Creative Leadership spreche, dann erwähne ich auch immer wieder die „kreative Grundhaltung“, das „kreative MindSet“. Was aber meine ich damit? Und wie soll das gehen, kann man so etwas schulen? Und ist das nicht etwa übergriffig? Und geht das, wenn wir nicht nur von einer Führungskraft, sondern von der Organisation sprechen?

„Du bist ok“. Grundsätzlich ist das meine Haltung (als Coach), wenn ich auf neue Menschen treffe. Grundsätzlich ziehe ich die Arbeit am System der Arbeit am Mindset vor. Nur oft geht das eine nicht ohne das andere. Denn auch ein System oder eine Organisation braucht eine Haltung. Und diese wird von den Menschen gehalten.

Wörtlich aus dem Englischen übersetzt bedeutet Mindset Denkweise, innere Haltung. Und das Wort Haltung, das häufig synonym mit Mindset verwendet wird, definiert der Duden als „innere [Grund]einstellung, die jemandes Denken und Handeln prägt“. Mindset und Haltung sind somit verinnerlichte Prinzipien und Grundannahmen, die unser Denken und Handeln prägen. Das Mindset zu verändern, bedeutet also, alte Prinzipien gegen neue auszutauschen.

Alte Prinzipien, die eine Grundhaltung prägen können, sind zum Beispiel Glaubenssätze. Der Glaubenssatz, den ich vor Corona am meisten gehört habe, lautet: “Homeoffice? Nicht üblich bei uns, so wie wir arbeiten, funktioniert das nicht“ (ah ja, ging dann ja meist doch). Oder „Vor 18h geht hier eigentlich keiner“. Okäääy?

Aber Achtung:

Neue Prinzipien zu formulieren und zum Beispiel als Werte verkleidet durchs Unternehmen zu jagen („Wir sind jetzt selbstorganisiert“) bewirkt in der Regel so gut wie nichts. Doch wie geht es dann? Wie kann eine Organisation innovationsfreudiger werden? Wie kann ein System Kreativität und Ideen fördern? Was heißt es, das MindSet der Organisation zu verändern?

Das heißt, alte Muster im Denken und Handeln zunächst in Frage zu stellen und diese dann in ihrer Häufigkeit zu minimieren, wohingegen andere, neue, mehr werden.

Wichtig ist, sich klarzumachen, dass die Haltung dem Verhalten zugrunde liegt, und das Verhalten häufig dem System bzw. der Organisation geschuldet ist.

Dabei entscheidet jede:r selbst, ob er/sie die Veränderung mitmacht. Niemand muss sein Denken und Handeln verändern und es lässt sich auch wunderbar weiter mit dem alten Mindset arbeiten. Kein Mensch verhält sich zu 100% so, wie es das Mindset vorgibt.

Das Verändern eines Mindsets ist moralisch unbedenklich, wenn dabei zwei zentrale Prinzipien berücksichtigt werden:

1) Transparenz, also die offene Kommunikation über jeden Schritt der Veränderung. Jede:r kann entscheiden: Will ich in einem Umfeld arbeiten, in dem hierarchische Führung durch Selbstorganisation abgelöst wird? Oder suche ich mir dann lieber ein anderes Umfeld? Vielleicht auch in der Organisation selbst, da in der Regel nicht alle Teile die Veränderung in gleichem Maß mitmachen.

2) Autonomie, also das Akzeptieren, dass die Entscheidung, ob sie die Veränderung mittragen, immer bei den Menschen selbst liegt.

Wenn es um das Verändern von Denkmustern und Gewohnheiten geht, sind einerseits Coaching und persönliche Begleitung sinnvoll. Noch größer sind jedoch die Hebel, die am System und an der Sprache ansetzen.

Verhalten folgt Struktur (oder nicht-vorhandener Struktur)

Das gewohnte Verhalten soll also geändert werden: Menschen im Unternehmen sollen zum Beispiel „nativ“ (also ohne darüber nachzudenken) selbst entscheiden.

Das lässt sich am besten erreichen durch eine Veränderung der Struktur, innerhalb derer gearbeitet wird. Z.B. die Meeting-Routinen:
Das alte 1:1-Meeting, in dem man sich gefühlt den Segen für so alles Mögliche abholt wird ersetzt durch ein Format, in dem Menschen üben, selbst zu entscheiden und Antworten zu finden. Ergänzend hilft ein wöchentliches Meeting, das darauf ausgerichtet ist, dass alle im Team Verantwortung für ihre Arbeitsbereiche übernehmen (ich empfehle hier gern RACI). Es werden Updates gegeben (zum Beispiel in Form von je 3 High- und lowlights) und es wird nach Input gefragt, es werden aber keine Konsens-Entscheidungen angestrebt, das Delegieren von Entscheidung an die Führungskraft oder Rückversicherungen werden vermieden.

Verhalten ist Sprache

Eine lähmende Phrase ist das allbekannte „Wir sollten …“.

Meistens folgen daruf kopflastige Erläuterungen „um zu…“. Bei „um zu…“ werde ich in der Regel hellhörig, denn häufig bleiben konkrete Schritte unter Klärung der Verantwortlichkeiten aus. Die, die das „sollten, um zu“ ausstoßen demonstrieren lediglich ihren Machtanspruch.

Arbeit ist Kommunikation und somit Sprache. Online, Offline, in Meetings, am Kaffeeautomaten, per Email, per Telefon, im Slackchannel… habe ich was vergessen? Wer also Gewohnheiten verändern möchte, nehme die Sprache ins Visier.

Sprache, die signalisiert, dass jemand bereit ist Verantwortung zu übernehmen, sieht beispielsweise so aus: „Ich werde …“, „Ich brauche …“. Sprache aber, die eine Rückversicherung anstrebt, verbirgt sich hinter „Was denkt ihr?“ oder „Ich glaube, wir sollten …“.

Wer über Sprache die Haltung einer Organisation verändern möchte, findet dazu reichlich Ansatzpunkte. Meetings sind geeignet und dort finden sich drei ganz zentrale Aspekte, mit denen sich loslegen lässt:

  1. Struktur: Meetings brauchen eine glasklare Struktur, die abbildet, was gewünscht ist: Wer übernimmt wofür Verantwortung, welches Thema gehört zu wem, wer braucht was von wem? Es lohnt sich, hier Zeit zu investieren, bevor man zu den Inhalten kommt.
  2. Tools, tools, tools: Verantwortungsübernahme heißt auch, dass verbindlich festgehalten wird, wer was macht. Je mehr Transparenz, desto besser. (Kennt ihr schon „Notion“?)
  3. Moderation: der mächtigste Hebel, um in Richtung Mindset-Wandel zu gehen. Dabei geht es darum bestimmten Sprachgebrauch und Verhalten zu fördern.

Der wichtigste Punkt aber: wer Veränderungen will, muss bei sich selbst anfangen.

Warum Kreativtechniken nicht kreativ machen.

Warum Kreativtechniken nicht kreativ machen.

In gesättigten Märkten ist Innovation eine Pflicht. Dabei meine ich natürlich nicht nur Produktinnovationen, sondern besonders die Faktoren, die auf die Kaufentscheidung des Kunden einwirken: Qualität, Service, Markenimage, Geschwindigkeit, Preis … die Liste könnte man eine Weile fortsetzen. Aber klar ist, wer nicht innoviert verliert.

Genauso wie Motivation kann man auch Innovation verhindern, indem man im Unternehmen nicht auf die richtigen Wirkfakoren setzt.

4 Min. Lesezeit.

Wie aber gelingt Innovation? Gibt es einen ausgefeilten Produktentwicklungsprozess? Gibt es eine Innovationsabteilung? Einen Chief Innovation Manager womöglich?

Mag sein. Aber was ich mit Sicherheit sagen kann: An den oben genannten Eigenschaften liegt es nicht. Hab ich alles schon live erlebt: da werden monatelang in Garagen Ideen ausgebrütet die dann rauskommen und – nicht anschlußfähig sind.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Innovation zielgerichtet hergestellt werden könnte.

Genauso wie Motivation kann man auch Innovation nur verhindern, aber nicht gestalten.

Was also ist die Basis, die Vorbereitung für Innovation? Kreativität. Ko-Kreativität und eine Schaffenskultur.

Kennt ihr das auch? „Wir sammeln unsere Ideen nun hier am Brett“. Irgendwann schaut sich das dann mal jemand an, es werden ein paar für gut befunden und gezogen. Und dann? „Lasst uns mal ein Brainstorming dazu machen“. *Nackenhaare hoch*

Zurück zum Ursprung: Was ist überhaupt eine Idee?

Eine Idee ist ein Gedanke. Eine Idee entsteht im Bauch und wandert unstrukturiert in den Kopf. Ideen sind Gedanken, die sich erfolgversprechend anfühlen. Es braucht also den Verstand (Gedanken) und den Körper (Gefühle), um eine Idee zu erkennen. Dort, beim Ideengeber, fristet sie zunächst ein einsames Dasein, bis sie – ja, bis sie mitgeteilt wird.

Was mache ich mit Ideen, die im Unternehmen entstehen?

Für Unternehmen lauten die zentralen Fragen: wie können wir produktiver mit kreativen Ideen umgehen? Wie können wir Kreativität fördern, statt sie zu verhindern?

Zunächst einmal „was mache ich nicht“:
Ein großer Fehler ist es, die Idee vom Ideengeber zu trennen. Oder habt ihr schon mal gehört, dass ein Kunstwerk vom Künstler getrennt wurde? Eine Idee ist an eine Vision gekoppelt, und die Vision auch an die Ausgestaltung. Eine Idee ist am Anfang so unausgegoren, dass sie gar nicht beschrieben werden kann. Wenn der Ideengeber also seine Idee abgeben soll, wird er nicht in der Lage sein, eine Bauanleitung mitzuliefern. Erst beim „Machen“ merkt der Ideengeber, dass die Idee kleine Fehler hat, die er ausmerzen kann (weil er weitere Ideen dazu hat und weil sein Herzblut daran hängt).

Innovation ist das Ergebnis von Kommunikation.

Die Idee soll also mitgeteilt werden.
Wenn eine Idee in einem System, in einer Gruppe auf Resonanz stößt, wird sie zum Leben erweckt. Das kennt jeder aus Gruppendynamiken. Die Idee „Lasst uns doch heute mal eine Radtour machen“ fruchtet nur, wenn die Gruppe sagt „Yay“.

Eine gute Idee ist immer begleitet von zahlreichen „Ja, aber´s“. Ist sie das nicht, so ist sie nicht gut. Das erkenne ich daran: wenn ich meine Idee im Meeting mitteile und alle rufen begeistert: “Toll, machen wir so, lass uns das sofort umsetzen“, dann ist sie halt irgendwie „nett“, aber nicht bahnbrechend. Denn bahnbrechende Ideen, die zu einer Innovation führen sollen, brauchen immer Widerstände. Wenn nicht im eigenen Unternehmen, dann spätestens am Markt oder seitens Konkurrenz.

Eine Idee wirft also Fragen auf und trifft auf Widerstand.

Ideen sind also auch Lösungen. Und Lösungen entstehen, wenn es Probleme gibt. Das ist der entscheidende Punkt: Kreativität beginnt im ERKENNEN VON PROBLEMEN. Es ist also das Problem, welches Kreativität befeuert. Probleme unter den Teppich zu kehren ist also keine gute Idee.

Wenn man vermeintlich keine Probleme hat, kann man übrigens auch welche provozieren: Hier gibt es eine Reihe an Fragen, die eine Idee oder eine These provozieren.

Weiter braucht eine Idee die Resonanz zum Markt. Kennen wir auch: ein Produkt verkauft sich nicht allein deshalb, weil es gut ist. Viele Faktoren bestimmen den Erfolg eines Produktes: die Wahrnehmung innerhalb der kritischen Masse, Marketing, Vertrieb, Lobbyismus u.v.m.

Und hier nun endlich! Endlich werden Techniken wie Design Thinking, Work Alone Together etc. interessant: Details werden präzisiert, Kunden werden befragt, Prototypen gebaut etc.

Wie kann man den nun mehr Ideen „produzieren“, wie geht der Weg in eine Ideenkultur?

Was man machen kann: Den Rahmen und den entsprechenden Freiraum für Kreativität geben! Hier gibt es einen Artikel zu den Wirkfaktoren für Kreativität im Unternehmen.
Und jetzt bitte nicht denken: ok, cool, wir blocken uns jetzt einmal im Monat einen Tag und machen ein Brainstorming. NEIN!

Also nochmal: Eine Idee entsteht nicht am Ende einer Technik, einer Methode oder eines Prozesses.

Es ist nun mal ein Fehler Prozessen und Techniken eine Kraft zuzusprechen, die sie nicht haben.

Prozesse sind ein wichtiger Schutzraum, in dem Menschen sich trauen eine Idee auszusprechen. Aber Ideen entstehen dort nicht. So kommen auch nur knapp 1% der neuen Produktideen durch den Einsatz von Kreativitätstechniken zustande (vgl. Brodbeck 2004).
Der tolle Blick auf Techniken und Methoden macht das Selbstdenken letztlich obsolet und was für Führungskräfte daher immer wichtiger wird, ist eine Förderung der intrinsischen kreativen Grundpotenziale des Menschen. Und der Blick auf die Frage wie und wo diese Potenziale sinnvoll in die unternehmerische Praxis eingebaut werden können.

Und jetzt überlegt mal, es gäbe diesen Schutzraum immer. Was ist plötzlich möglich?

Sei du selbst der Schutzraum. Sei eine Anlaufstelle. Mach dein gesamtes Team zu einer Anlaufstelle und zu einem ko-kreativen Raum.

Das ist der Grund, warum ich im mit Führungskräften am kreativen MindSet arbeite. Und an dem Raum für Kreativität. Und an den Begegnungen: für Ko-Kreativität.

Wie ihr seht ist es gar nicht so einfach mit dem kleinen fragilen Pflänzchen „Idee“ umzugehen. Ich unterstütze gern!

Wirkfaktoren von Kreativität im Unternehmen.

Wirkfaktoren von Kreativität im Unternehmen.

Jeder Mensch ist kreativ. Bei Kreativität wird allzu häufig an große Kunst gedacht oder nobelpreisverdächtige Literatur. Das ist sie auch. Kreativität beginnt allerdings bereits in der alltäglichen Problemlösung. Sie ist das Prinzip des Neuen. Kreativ sein bedeutet, zu gestalten, neu zu denken.

Was aber passiert, wenn eine ganze Organisation eine kollektive Kreativität entwickelt? Und vor allem: welches sind die Rahmenbedingungen dafür?

Die Wirkungsfaktoren für eine Ideenkultur:

Egal, auf welches Projekt ich in meinen 20 Jahren Berufserfahrung zurück blicke, eins kann ich sagen: eine kreative Herangehensweise war immer produktiv, aber nur dann möglich, wenn Kultur&MindSet der Organisation dies zuließen.
Denn oft genug wird Kreativität in Unternehmen allzu stiefmütterlich behandelt. “Kreativ sein, ja, das können ja Kinder oder Künstler, wir müssen arbeiten”, so einer der Glaubenssätze. Wurden die bunten Haftnotizen (oder, um Himmels Willen!, die Legosteine) herausgeholt, sah ich schon Führungskräfte nervös auf die Uhr schauen.

Dabei gilt Kreativität als die wichtigste Führungsqualität der Zukunft laut einer Befragung von IBM mit 1.500 CEOs und Führungskräften auf der ganzen Welt.
Kreative Führungskräfte heißen Innovationen willkommen, ermutigen andere, ausgetretene Pfade zu verlassen, und managen kreative Lösungswege. Sie sind offen und einfallsreich, wenn  es um die Ausweitung ihres Führungs- und Kommunikationsstils geht, suchen ständig nach neuen Ideen vor allem im Austausch mit einer neuen Generation von Mitarbeitern, Partnern und Kunden. Auch das Business Netzwerk LinkedIn hat Anfang 2020 seine Daten ausgewertet und ein Ranking der am meisten nachgefragten Kompetenzen erstellt: Auf Platz 1 steht Kreativität!

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Wirkfaktoren Kreativität im Unternehmen

Um mehr Offenheit (kreative Grundhaltung) und Raum für Kreativität zu schaffen, hilft es folgende Wirkungsfaktoren zu betrachten:

#1 Unser eigenes kreatives Selbstvertrauen stärken: Ihr kennt alle diese Übung, in der man neun Punkte verbinden soll, ohne den Stift abzusetzen. Warum fällt es uns so schwer und warum brauchen Menschen so lange, bis sie es schaffen?

Es liegt daran, dass wir es von klein auf gewohnt sind, nicht über die Linien zu malen. Es wurde uns anerzogen. Wir verlieren im weiteren Verlauf unser kreatives Selbstvertrauen, haben Angst, Fehler zu machen, denn alles, was wir gestalten ist schnell einer Bewertung ausgesetzt. Wir haben Angst zu scheitern und versuchen es erst gar nicht. Wir suchen unsere Sicherheit in der Welt der Zahlen, Daten und Fakten. Das ist einfacher.

Es gibt diesen wunderbaren Ted Talk mit David Kelley, Mitbegründer von IDEO und Wegbereiter der Innovationsmethode Design Thinking: „How to build your creative confidence“

Das Beispiel des tönernen Pferdes, welches als solches nicht erkannt und “hässlich” genannt wird: diese Bewertung schädigt die kreative Gestaltungslust des kleinen Brian nachhaltig.
(Dabei könnte es doch auch ein Einhorn sein.)

#2 Die richtige Struktur: eine Idee braucht einen Prozess, wenn diese zu einer Innovation führen soll.
Moment, Schritt zurück: Was ist eigentlich eine Idee? Eine Idee ist ein Gedanke (Kopf), der sich vielversprechend anfühlt (Körper). Und nun, wie führt das zu einem Durchbruch, einer Innovation? Hier kommt die Organsiation ins Spiel, denn eine Innovation ist die Folge von Kommunikation.
Wissen eure Mitarbeiter, wohin mit der Idee? Gibt es eine Anlaufstelle?
Schaffe eine Anlaufstelle, einen Schutzraum: Sei selbst der Schutzraum, indem du jede Idee willkommen heißt und zunächst nicht bewertest. Damit bist du zugleich ein Vorbild. Gibt es Formate, die die Weiterentwicklung von Ideen fördern? Ein guter nächster Schritt ist es, die gesammelten Ideen in einen Design-Thinking Prozess einfließen zu lassen, um die Realisierbarkeit zu überprüfen und Prioriäten zu setzen.

#3 Partizipation: Mitarbeiter orientieren sich an einem Wir-Gefühl, an einem Sinn. Als Führungskraft kann man dieses Gefühl stärken, indem man wichtige Aufgaben überträgt, um Meinungen bittet, das Team einbindet. Es fühlt sich gehört. Es gewinnt an Selbstvertrauen, fängt an, auch den Bestand zu hinterfragen und zu kritisieren. So entsteht Raum für Neues.
Mit Partizipation ist aber auch heterogene Kollaboration gemeint: Grenzen überschreiten und auch mal mit KollegInnen diskutieren, die aus einer völlig anderen Abteilung kommen. Oder mal ein Start-up zu sich einzuladen.
Wie schafft ihr es, transparent und kollabrativ zusammen zu arbeiten? Habt ihr die richtige Toollandschaft, die richtige Meetingstruktur?

#4 Das Bauchgefühl schulen: Kreativität entsteht nicht im Kopf, sondern im Bauch. Ich bin großer Fan von Gerd Gigerenzer, der seit Jahren zum Thema Intuition forscht.

Gerd Gigerenzer beschreibt in seinem Buch „Bauchentscheidungen“ so wunderbar das Beispiel der Blickheuristik, bei der alle erforderlichen Informationen zur Berechnung der Wurfbahn beiseite gelassen werden und somit schnelles Handeln ermöglicht wird: der Basketballspieler läuft los, fokussiert den Ball und „schätzt ab“ – aufgrund seiner Erfahrung, seinem Widererkennungsgedächtnis, seinem Vermögen, bewegte Objekte mit den Augen zu verfolgen, ein Gefühl für Windgeschwindigkeit und Flugbahn zugrunde legend.

Dieser Prozess ist so viel schneller als jede Berechnung. Je öfter wir in unsere Entscheidungsfindung unsere Intuition einbeziehen, desto scharfsinniger und zuverlässiger wird diese. In einer Welt, in der wir immer öfter Entscheidungen unter unsicheren Rahmenbedingungen treffen müssen und die sich immer schneller dreht, kommt uns dies zu Gute. In einer Welt, die sich immer schneller dreht können wir nicht jedes Mal eine Mafo beauftragen, bevor wir entscheiden. (Eine Mafo ist sowieso nicht das Mittel der Wahl, da diese immer rückwärtsgewand ist).
Ermutige also, auch intuitiven Entscheidungen Gehör zu veschaffen!

#5 Das Unsichere wagen: Eine offene Fehlerkultur fördert “Neues”. Das heißt aber nicht, dass wir aus Fehlern nicht lernen sollen. Es ist toll, “Fuck-up” Abende oder Frühstücke zu machen und sich dafür zu Feiern, das Unmögliche versucht zu haben, aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Wichtig ist zu betrachten, was daraus gelernt wurde und wie ein sinnvoller Neu-Versuch aussehen kann. Eine gute Intervention ist dabei die “Retrospektive”. Empfehlenswert ist es, diese mit einem externen Moderator durchzuführen. Sie ist auch Teil meines Creative Leadership Programms für Neuführungskräfte, sie lässt sich also gut erlernen.

Es macht also Sinn darüber nachzudenken, wie ich die Kreativität steigern kann: im Unternehmen, in meiner Abteilung, bei mir selbst.
Wir sind dadurch in der Lage, komplexe Probleme zu lösen, wir werden schneller, flexibler, produktiver und innovativer, da wir nicht mehr nur noch reproduzieren, sondern eigenes Gedankengut hervorbringen.
Ausserdem macht Kreativität zufriedener. Sie ist die Basis, die Vorstufe sozusagen für den Flow: jenes als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit („Absorption“), die wie von selbst vor sich geht (Quelle: Wikipedia).

Wenn das nicht zu “happy working people” führt, was dann?

Wenn dich das Thema näher interessiert, habe ich drei Angebote für dich:

Für Unternehmen:

#1 einen Inhouse Workshop für dich und dein Team, um in die Thematik einzusteigen und Handlungsempfehlungen zu erhalten.

#2 ein Individual-Programm, welches wir im Umfang auf deine Belange zuschneiden.

Für Einzelpersonen:

#3 ToBeNow – Be you, be true, be now: in 8 Wochen zum eigenen Purpose!

Dies ist ein “Creative Coaching” Programm, im dem wir deinen kreativen Geist erschließen, den Ort, an dem wahre Transformation stattfindet. Hier entlang!

Du hast Fragen? Melde dich bei mir: hello@creativityhacks.de

Hi, hier schreibt Gela! Ich begleite bei Neuausrichtungen jeder Art, ob bei einer neuen Führungsaufgabe, der Neuausrichtung einer Marke, Unternehmung oder deiner persönlichen Transformation. Kreativ und sinngetrieben.

 

Alle ausgehenden Links setze ich freiwillig und aus Überzeugung, ich nehme an keinem Affiliate Programm teil.
12 Tage im Kloster – so findest du mit Meditation deine Berufung

12 Tage im Kloster – so findest du mit Meditation deine Berufung

Kann ein 12-tägiger Aufenthalt im Kloster helfen, die eigene Berufung zu klären? Die Antwort lautet: ja! Der Disclaimer: wenn man es richtig anpackt.

In meiner Arbeit als Coach berate ich auch häufig Solopreneure auf ihrem Weg in die Selbständigkeit. Es geht um Visionsarbeit, das Finden der eigenen Berufung und Ausrichtung. „Was will ich anbieten und wie passt dies zu meinen inneren Werten?“ sind häufige Fragestellungen. Und diese Fragestellung umtreibt natürlich auch mich in meiner Arbeit als Coach – sodass ich einen Selbstversuch startete. Auf der Suche nach Klarheit, Inspiration und Kreativität habe ich vor 2018 einen „Grundkurs Meditation und Buddhismus“ in einem Kloster in Nepal gebucht.

Wie läuft so ein Meditationskurs also ab?

130 gleichgesinnte Menschen aus allen Altersgruppen, allen Nationalitäten, 130 Suchende, Fragende, 130 Lebensgeschichten und Lifestyles werden in einem umfangreichen Programm zusammengeführt, um mehr über die Philosophie des Buddhismus, seine Kraft und die Macht der Meditation und unseres Geistes zu erfahren. Neben den täglichen Meditationen verbringen wir die ersten acht Tage des Kurses damit, etwas über die Macht des Mitgefühls und die Kraft unseres Geistes zu lernen. Täglich erhalten wir Teachings der Mönche und während es auch umfangreiche Zeiten des Schweigens gibt, werden unsere Erfahrungen und Fragestellung auch in Diskussionsgruppen erörtert.

Was macht einen solchen Kurs so effizient?

Zeit in einem buddhistischem Kloster zu verbringen, weit weg vom Brummen unserer Städte, dem Lärm unserer Straßen und dem Highspeed unseres Lebens, kann sehr heilsam sein. Das Leben dort ist nicht von der Zeit diktiert, sondern vom Rhythmus des Kosmos und während Geschwindigkeit und Effizienz die Währung unseres westlichen Lebens ist, hat der Aufenthalt dort Langsamkeit in ein Geschenk verwandelt.

Was sind die Ziele einer Meditation?

Im Grunde verfolgt nahezu jeder Mensch ein anderes Ziel, wenn er sich dazu entschließt, zu meditieren. Generell kann jedoch gesagt werden, dass das übergeordnete Ziel das Loslösen von Gedanken ist. Wer von uns kennt diese Gedankenkreisel nicht, in denen sich der Kopf manchmal festbeißt. Dazu ständig wiederkehrende Diskussionen, Streitereien mit Kollegen, mit dem Partner, die Kinder fordern, Zukunftsängste.

All diese und viele weitere Gedanken prasseln tagtäglich auf uns nieder und sorgen dafür, dass das Gehirn bis zum Rand mit unterschiedlichen Gedanken gefüllt ist. Sich davon zu lösen, schafft Raum für Neues, Raum für Inspirierendes. So soll Steve Jobs beispielsweise durch seine Zen-Meditationen gelernt haben, intuitiver zu handeln und die Bedürfnisse seiner Kunden zeitiger als die Konkurrenz zu erkennen.

So wirkt sich Meditation auf deine Berufung aus

Kommen wir nun zu einem ganz wesentlichen Punkt, nämlich zu den Auswirkungen von regelmäßigem Meditieren auf Ihren beruflichen Erfolg. Dabei muss man nicht zwingend den Kompaktkurs wählen, es reichen 2-3 Mal die Woche 20 Minuten aus.

– Stress kann besser kompensiert werden: Zu sagen, dass Meditationen den Stress beseitigt, ist nicht ganz richtig. Die Stressfaktoren Ihres (beruflichen) Alltags werden schließlich nach wie vor vorhanden sein. Die regelmäßigen Übungen können Ihnen jedoch sehr wohl dabei helfen, besser mit dem Stress umzugehen und ihn zu kompensieren. Daneben lassen sich Stressauslöser besser identifizieren, da diese in einer Mediation häufig „hochploppen“.

– Unterbrechung der Gedankenspirale: Haben Sie schon einmal versucht, nicht zu denken? Allein der Gedanke, nicht zu denken, erschafft den Gedanken „nicht zu denken“. Wer sich aber voll und ganz der Meditation hingibt, viel übt und geduldig ist, kann einen inspirierend „leeren“ Zustand erreichen. So entsteht Raum für Neues auf einer ganz anderen, unbewussten Ebene.

– Ideen entstehen: In der Hektik unseres Alltags jagt ein Gedanke den nächsten. Bevor eine Idee reifen kann, wurde sie quasi schon von der nächsten überrollt und platt gemacht. Im stillen Raum der Meditation gelingt es, dass man viel fokussierter über bestimmte Dinge nachdenken kann.

– Energie tanken: Beim Meditieren werden Akkus sprichwörtlich wieder aufgeladen. Meditation ist eine hervorragende Möglichkeit, um mentale Kraft zu tanken, die Konzentration verbessert sich enorm, ein Fokus entsteht.

– Die innere Ruhe und Gelassenheit nimmt zu: Etwas, was man beim Meditieren wirklich lernt, ist Geduld. Geduld mit sich selbst und Geduld mit anderen Dingen und Menschen.

Was hat es verändert?

Nachdem ich zwölf Tage mit den Mönchen verbracht habe und mir eine Geschichte über den wahren Sinn des Lebens angehört habe, beginne ich langsam zu verstehen, warum die buddhistische Philosophie wohl die intelligenteste ist, die ich auf dieser Erde finden kann. Wenn man den Kurs richtig begreift, kann er zu einer lebensverändernden Erfahrung werden: über die Art und Weise, die Dinge zu betrachten und seine innere Haltung zu verändern. Es ist schwierig in unserer westlichen Gesellschaft, in der Zeit und Geld die wichtigste Währung zu sein scheint.

So frage ich mich nun jeden Morgen in meiner Meditation „how can I become a benefit for others“ – wie kann ich andere unterstützen? Was braucht mein Kollege, Kunde, Coachee von mir? Wie kann ich der alten Dame an der Kasse helfen, anstatt mich darüber aufzuregen, dass sie ihr Kleingeld sortiert?

Ich bin sehr in meine Kraft gekommen. Ich platze vor Ideen und Kreativität. Meine Sinne haben sich extrem verstärkt (ich rieche einen Apfel auf 4 Metern Entfernung!). Ich übe mich stärker in Geduld. Ich nehme mir mehr Zeit, anderen zuzuhören, auch fremden Menschen. Das wichtigste aber: Meine Motivation hat sich verstärkt, ebenso wie meine Frustration, meine Grenzen. Ich sehe also klarer. Das ist das, was ich gesucht habe: Klarheit.

Stelle dir ein paar Fragen:

– Zeit ist ein konstruiertes Konzept. Was wäre, wenn Zeit keine Rolle spielt?
– Was wäre, wenn Geld keine Rolle spielt?
– Was wäre, wenn wir aufhören, unsere Zeitknappheit mit Wichtigkeit zu verwechseln, aufhören unser
„ach-so- beschäftigt-Sein“ zu feiern?
– Was wäre, wenn wir stattdessen mehr Zeit damit verbringen, zuzuhören, nachzudenken, zu meditieren und die
Zeit mit lieben Menschen verbringen?

Das größte Geschenk aber ist für mich die Aussage unserer Kursleiterin:

„The whole world can change for you if you change your mind.“ – Karin Valham

 

6 kreative Vorsätze, die dein Leben WIRKLICH verändern werden.

6 kreative Vorsätze, die dein Leben WIRKLICH verändern werden.

Alle guten Vorsätze versammeln sich derzeit in den überfüllten Fitnessstudios. Ach wäre doch schon Februar und man hätte wieder mehr Platz dort! Na, welcher deiner Vorsätze ist denn bei dir schon gescheitert? Macht nix, wir starten noch mal neu mit ECHTEN Vorsätzen. Denn in meinen Coaching und Workshopansätzen geht es genau darum, die wirklichen Bedürfnisse, Ziele, Wünsche und Möglichkeiten zu identifizieren. Ich bin überzeugt, dass diese Identifikation die Basis für Lösungen sind, die auch wirklich funktionieren und nicht wie Seifenblasen platzen. Um diese herauszufinden, muss mitunter schon mal die eigene Komfortzone ausgeweitet und tief getaucht werden.

Lasst mich gern wissen, welche meiner Ideen dein Leben verändert haben!

1. Probiere neue „Weiterbildungsansätze“:

Neulich haben wir ge-crowdstormed. Ein Freund von mir hat eine WhatsApp Gruppe mit 33 Menschen eröffnet und die Frage gestellt, welche Weiterbildungsmaßnahmen es „abseits der Norm“ gibt. Wichtig war dabei, dass diese möglichst weit weg von den aktuellen Tätigkeiten sind. Mit dabei waren: Klosterkurse (upstalsboom Klosterwerkstatt), Kräuterseminare, die Seitenwechsel-Initiative, Holzhacken, Ausbildung zum Sterbebegleiter, Hunde als Spürhunde bei der Polizei ausbilden* und vieles mehr!
Na, was würdest du wählen?

2. Sieh dir Filme aus verschiedenen Kulturen an.

Immer das Gleiche aus der amerikanischen Traumfabrik: Mann (meistens) löst Problem und wird zum Helden, unterwegs trifft er noch die große Liebe, BÄM.

Geschichten zeigen, wie wir die Welt und unseren Platz darin verstehen. Auf diese Weise entwickeln wir Empathie für Menschen und ihre Erfahrungen.
Neulich sah ich in einem nah-östlich geprägten Film, dass es Kulturen gibt, die mit ihren Toten tanzen. Das öffnete neue Perspektiven in meinem Kopf: warum tun wir das nicht? Was ist eigentlich eine adäquate Art, sich zu verabschieden?

 

3. Langweile dich täglich.

Und zwar mindestens 10 Minuten. Ihr wisst doch: Kreativität entsteht aus Mangel und auch die Muse kommt eher in der Stille vorbei. Also macht das Kopfkino (und alle anderen Störfaktoren) mal aus und starrt in den Himmel. So entzünden wir ein Netzwerk in unserem Gehirn. Dabei verbinden wir unterschiedliche Ideen miteinander, lösen so einige unserer schwierigsten Probleme und gehen auf eine neue Reise.

 

4. Sprich jede Woche mit einem Fremden:

Raus aus deiner Blase! Sprich jeden Tag mit einem Fremden – sei es die Person, die mit dir im Supermarkt Schlange steht, oder jemand, den du jeden Tag auf deinem morgendlichen Weg zur Arbeit triffst. Schau, was sich entwickelt!

 

5. Such dir eine Person aus, deren Perspektive du nicht teilst und gehe mit ihm/ihr Kaffee trinken.

„Gleich und Gleich gesellt sich gern“ – ja, das ist praktisch und gemütlich, man fühlt sich verstanden und aufgehoben.

Was aber, wenn wir plötzlich eine neue Perspektive kennenlernen und vielleicht sogar die Möglichkeit erhalten, diese zu verstehen? Oder gar für sich selbst adaptieren? Das kann passieren, wenn man auf Menschen trifft, die zu einem Thema eine völlig andere Haltung oder Meinung haben.

Bevor ihr euch trefft, solltet ihr euch auf einige Grundregeln einigen – z.B. erst mal zuzuhören, ohne zu unterbrechen, ohne zu werten. Sei neugierig, gesprächig und schau, was passiert!

6. Heirate deine Angst – Sage „ja“!

Sag doch mal einen Monat lang zu allem „ja“, was dir Angst macht. Geh auf die Bühne, sprich vor vielen Menschen. Hol dir ein Projekt, welches dich einschüchtert. Oder gehe zurück zu Punkt 1 und suche dir eine Weiterbildung, von der du denkst „DAS SCHAFF ICH NICHT“.

Aber die Angst sollte auch eintreffen. Ein Beispiel: Du hast Angst abgelehnt zu werden? Dann suche dir ein Szenario, welches diese Angst sicher bewahrheitet. Springe in deine Angst. Finde einen Monat lang jeden Tag einen neuen Weg, um abgelehnt zu werden. Frage beispielsweise einen Fremden, ob er dir 100 Euro schenkt. Einfach so. Oder versuche in einer Cocktailbar die Menschen davon zu überzeugen nur noch Wasser zu trinken.

Wenn du weisst, dass du ein “Nein” erhältst, fällt es nicht mehr so schwer, nachzufragen. Der Gewinn ist aber enorm, denn am Ende desensibilisierst du dich vor dem Schmerz der Ablehnung – ein Schmerz, der dich möglicherweise von Zielen abhält, die du erreichen möchtest.

In meinen Coachings und Mentorings arbeite ich schwerpunktmässig mit Menschen aus der Kreativwirtschaft. Das sind Neuführungskräfte aus Agenturen, Künstler, Freischaffende oder Mitarbeiter aus dem Marketing.
Wir können Einzelsitzungen vereinbaren oder du buchst mein Mentoringprogamm für Neu-Führungskräfte, welches aus 14 unterschiedlichen Sessions besteht: über die Visionsfindung, Werteentwicklung, Wirksamkeit über Stress- und Konfliktmanagement bis hin zu kulturellen Hacks, welche mehr Kreativität im Team ermöglichen.

Du interessierst dich für ein Coaching bei mir? Melde dich gern: hello (ät) creativityhacks,de

Pic: via unsplash thanks to Bruno Nascimento
*Die Verlinkung zu den Klosterkursen und zur Seitenwechselinitiative ist eine unbezahlte, freiwillige Nennung.

Warum du dein Unternehmen töten sollst.

Warum du dein Unternehmen töten sollst.

Stop, hör auf zu tun, was du tust!

Warum? Na, um Anlauf zu nehmen. Nimm Anlauf, um den am dichtesten besiedelten Ort der Erde zu verlassen: deine Komfortzone.

Und dazu brauchst du nicht auf den Jahreswechsel zu warten und auch nicht auf den Schmerz, der normalerweise Veränderungen einleitet. “Change before you have to! “ – verändere, bevor du dazu gezwungen wirst.

Das Jahr, in dem ich jeden Stolperstein mitnahm. Creativityhacks an die Wand fuhr und scheiterte. Dabei wollte ich mich und meine Kunden feiern und den Beweis führen, dass Leadership, New Work und Purpose Marketing funktionieren.

Wie konnte das passieren?

NEIN, HALT, ihr glaubt das wirklich? Es ist immer vieles im Auf- und Umbruch und bevor man etwas Neues kreiert, mit dem man scheitert gilt es ein Pre-Mortem,  eine harte Intervention durchzuführen: Kill your company! Kannibalisiere dein eigenes Business bevor andere es tun. Sonst geht es euch wie Kodak. Der Veränderungswille muss dabei auf den eigenen Untergang gerichtet sein. Gehe davon aus, dass jede KI einen kognitiven Job in Zukunft besser erledigen wird als der Mensch. Gehe davon aus, dass die Logiken der Digitalisierung jedes Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellen.

Mein Geschenk: Hier kannst du ein PDF zur Methode und mit „Killerfragen“ herunterladen

Wenn sich Teams intensiv mit dem möglichen Scheitern ihres Projekts beschäftigen sollen, herrscht meist ein gewisser Grad an Realitätsverweigerung. Das ist ganz normal.

Du kannst die Teilnehmer die Gründe für das Scheitern einfach über StickyNotes sammeln lassen. Alternativ (und abwechslungsreicher) können die Teilnehmer gemeinsam einen Presseartikel über die Insolvenz des eigenen Unternehmens formulieren. Die Überschrift dokumentiert das Scheitern. Die Gründe des Misslingens werden sichtbar und hier lauern die realen Gefahren, die es zu hinterfrage gilt.

Wichtig ist, dass die Intervention in einer positiven und lösungsorientierten Diskussion über die möglichen Gründe des Scheiterns mündet.

Keine Paranoia, sondern eine gesunde Angst

Und wenn ihr glaubt, dass diese Gründe „ach-so-weit-weg“ sind, dann überleg doch einmal: Waren die Menschen nicht auch im tiefsten Inneren davon überzeugt, dass die Welt eine Scheibe ist? Oder dass niemals ein Mensch zum Mond fliegen geschweige denn von dort wieder lebend zurückkommen kann? Daran gab es keinen Zweifel – bis einer diese Vorstellung in Zweifel zog und bewies, dass es doch anders ist.

Niemand außer uns selbst setzt die Grenzen des Möglichen in unsere Köpfe. Wir sagen uns und anderen, was alles unmöglich, unrealistisch und unerfüllbar ist. Das Schlimme ist, dass wir das dann auch noch glauben. Wir sind überzeugt davon, dass gewisse Dinge einfach nicht passieren können.

Sobald wir aufhören, jeden Gedanken in den Kontext unserer bisherigen Erfahrungen zu setzen, gibt es keine Grenzen. Mach deine Ideen nicht zu einer Möglichkeitsform der Vergangenheit, sondern lassen sie atmen und wachsen. Ideen brauchen Raum zum Gedeihen und einen Prozess zur Verwirklichung.

Ich gebe euch diesen Raum gern! “Kill your company” ist eine beliebte Intervention in meinen Workshops. Frag mich gern an: hello@creativityhacks,de

 

Photocredit: Daniel van den Berg via unsplash

Wie viel Führung darf´s denn sein?

Wie viel Führung darf´s denn sein?

Führungskräfte, die sich für den Leadership-Stil entscheiden wollen bewusst anders – oder eben weniger – führen: konstruktiv, ermutigend, kreativ.
Es ist schwierig. Jeder Neu-Führungskraft, die ich im Mentoring oder in einem Kurs habe sage ich erst einmal: „Du wirst dich jetzt ein ganzes Stück einsamer fühlen“. Der Führungs-Alltag ist zunächst einmal ernüchternd: nichts läuft, wie sie es sich vorgestellt haben. So stellen sie nun Freiräume zur Verfügung und erwarten hochmotivierte Teams, die selbstorganisiert Top Ergebnisse liefern. Kommt aber nichts. Also doch wieder eine Ansage gemacht. Auch das führt nicht zu besseren Ergebnissen. Dieses Dilemma hat drei Ursachen:

  • Soziale Systeme sind komplex.
  • Führung wirkt nicht linear.
  • Führung bleibt bis zu einem gewissen Grad unplanbar.

Und nun?

Komplexität: Die viele Faktoren, die auf das Führungskonstrukt drücken, machen eine logisch-lineare Steuerung unmöglich. Das gesamte Umfeld wird von Dingen beeinflusst, die sich nicht planen lassen: Entscheidungen auf Unternehmensebene, Verhalten eines Kunden, Kollegen, sich ändernde Marktumfelder, Unternehmenskultur und so weiter. Reaktionen und Verhaltensweisen lassen sich nicht vorhersehen. Das führt schnell zu Frustration: die Mitarbeiter springen nicht vor Freude in die Luft. Die Zeit und Energie, die in Führung gesteckt wird, wird nicht weniger, sondern mehr.
Was kann noch helfen?

Tiefer reinzugehen: Welches Problem löst dieser Mensch, indem er sein Verhalten NICHT ändert? 

21 Tage brauchen wir, um eine Gewohnheit zu ändern. Und da wundern wir uns, dass Unternehmen, in denen mehr als 1.000 Menschen arbeiten, die alle in Abhängigkeit zueinander stehen, sich so schwer tun. Und habt ihr einen Menschen schon mal gefragt, warum er sein Verhalten nicht ändert? So, wie er/sie es sich doch vorgenommen hat? So, wie ihr es besprochen habt?
Besser nicht. Denn diese Frage bringt uns nicht weiter. Fragt euch besser: Welches Problem löst dieser Mensch, indem er sein Verhalten NICHT ändert? Wovor schützt ihn sein “altes” Verhalten? Ahhhhh…. now we are talking!

Was hilft nun, mit dem Frust umzugehen?
Es zu akzeptieren. Mein Umfeld und damit auch die Wirkung meiner Führung, sind komplex. Ich bin täglich zwischen der Balance aus Steuerung und Loslassen gefangen und es passiert doch etwas ganz anderes. Und genau das ist normal.

Finde deine Follower!

Führung entsteht auf mehreren Ebenen. Durch formale Macht, also durch die Befugnis aufgrund eines Titels anzuweisen, Regeln aufzustellen, Entscheidungen zu treffen.
Die nächste Ebene ist die des Systems: Kraft allgemeingültiger Rahmenbedingungen, Spielregeln des Marktes, des Unternehmens aber auch der „unsichtbaren“ Regeln, die sich innerhalb der Kultur oder der „Hackordnung“ eines Teams herausbilden.
Eine Spielregel des Marktes kann es sein, dass diese sehr schnelllebig ist und das Unternehmen flexibel reagieren muss. Eine unsichtbare Regel kann es sein, dass Richtlinien der Unternehmensleitung unsinnig erscheinen und umgangen werden.
Nicht zu vernachlässigen: Die „Hackordnung“ – welch böses Wort. Es ist immer wieder spannend zu beobachten, wer sich wem unterordnet, freiwillig oder zwanghaft. Führung entsteht nämlich nicht nur dadurch, dass gefolgt werden soll, sondern auch dadurch, dass gefolgt werden möchte. Einer Idee, einem Projekt, einer Initiative, einem Gedanken oder eben auch einem Menschen.

Nachdem wir uns die Ebenen, auf denen Führung entstehen kann einmal bewusst gemacht haben wird klar: Führung entsteht dort, wo sie Sinn ergibt. Eine Idee, ein Prozess hat sich überholt? Folgen wir der nächsten. Erstellen wir einen neuen.

Diese Eigendynamik kann man besonders gut in komplett selbstorganisierten Prozessen beobachten: in Netzwerken oder Vereinen z.B., die ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Was ist denn hier die Aufgabe der Führungskraft?

Jetzt könnte man meinen, es ist die Führungskraft, die die Ideen vorgeben sollte. Aber nein, die Idee entsteht im Team. Die Führungskraft sollte auf Sinnhaftigkeit überprüfen und im Auge behalten, ob alle noch dem richtigen Pfad folgen und falls nicht, die Zügel in die Hand nehmen.

„Ist dies noch folgenswürdig“ lautet die Frage hinter der Frage.

Falls ja heißt es nun abzuwägen, wie viel Raum oder wie viel Führung ich gebe.

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Die Moderationsfähigkeit einer Führungskraft

Nehmen wir als Beispiel eine Besprechung mit 5 Teilnehmern. Es gibt eine lockere Agenda, um nicht ganz den Faden zu verlieren, aber um eben auch Raum für Neues zu geben. Und genau das passiert sehr oft, wenn Menschen in einem Raum sind: sie fangen an, zu diskutieren (Gott sein dank!). (Und hoffentlich nicht nur über das Wetter).

Immer wieder fallen Bemerkungen wie „Guter Gedanke“ oder „Das hat neulich schon nicht funktioniert“ oder „was wäre, wenn…?“ Beobachte: die Aufmerksamkeit springt dort hin, wo Sinn entsteht. Und es ist auch Führung, dies zu erkennen und diesen Sinn zu verfolgen. Moderiere, sanft. Richte den Blick auf die Zukunft und auf das, was funktioniert. Sätze wie „hat damals nicht….“ dürfen im Sande verlaufen.

Am Ende verlassen alle das Meeting mit einem guten Gefühl und einem hohen Commitment zu der Sache. Weil es eine freiwillige, selbstorganisierte Entscheidung war, zu der die Beteiligten am Ende gekommen sind.

Wie viel Führung denn nun…? Take the best of both worlds

Von den beschriebenen Ebenen ist es die der formalen Macht, die einer Führungskraft den größten Gestaltungsspielraum einräumt. Das heißt aber nicht, dass diese Macht am meisten wirkt. Denn die Macht des Systems ist aus meiner Sicht die stärkste und dabei auch die, die man am wenigsten beeinflussen kann.

Leadership braucht einen Kontext, in dem sich Führung nicht durch soziale Dynamiken selbst auffrisst.

Diesen Kontext zu gestalten, darin liegt der größte Mehrwert der formalen Führung. Gestalten, indem die formale Macht genutzt wird, um einen Rahmen zu setzen, der Eigenverantwortung, Selbstorganisation und Perspektivenaustausch ermöglicht.

Und in diesem Rahmen entsteht selbstorganisierte Führung, die sehr viel bewirken kann. Es entsteht das oben genannte „commitment“, die Basis für ein „Wir-Gefühl“, die Basis für „ich bin Teil des Ganzen“, die Basis für Motivation.

Fazit: Es ist wie das Jonglieren in der Manage

„Manager“ kommt von Manege. Und dort wird jongliert.

Das Patenzrezept gibt es nicht. Das Patentrezept braucht es auch nicht, solange du dich der sozialen Dynamiken, sichtbaren und unsichtbare Kräfte bewusst bist und solange du dich in deiner Rolle als Führungskraft reflektierst.

Denke daran:

Unterstütze soziale Dynamiken durch ein bewusstes, Selbstorganisation und Eigenverantwortung förderndes Verhalten, indem du dich zum Beispiel selbst zurücknimmst und dadurch Raum für andere bietest, nutze deine formale, hierarchische Macht, um einen Schutzraum zu schaffen, in dem das Team so gut es geht frei agieren und sich selbst organisieren kann und somit eine Kultur ermöglicht, die Eigenverantwortung, Selbstorganisation und Handlungsfähigkeit, auch in komplexen Umfeldern, sicherstellt. Sei da, wenn du gebraucht wirst.

Es gibt nicht den einen „richtigen“ Führungsstil“. Es gibt immer Überraschungen. Je eher du darauf eingestellt bist, desto besser.

 

Du hast Fragen? 
Dann melde dich: hello@creativityhacks.de

 

Liebe Führungskräfte, stört doch mal ordentlich bei der Arbeit!

Liebe Führungskräfte, stört doch mal ordentlich bei der Arbeit!

Effizienz ist in Unternehmen oft das Problem, nicht die Lösung.

Viele glauben ja, dass man Kreativität einfach planen kann. Man gebe ein wenig Freiraum, stellt den Kicker in die Ecke, schafft die Kleiderordnung ab und los geht´s: die Ideen sprudeln nur so. Kreativität ist aber nicht planbar. Kreativität entsteht auch nicht in der Ratio, sondern im Bauch. Und der meldet sich nicht nur, wenn er hungrig ist, sondern auch eben mal intuitiv, mit einer guten Idee. Dann heißt es aber: Reagieren. Wohin damit? Wissen deine Mitarbeiter, was sie mit einer guten Idee tun sollen? Mit wem sie darüber sprechen sollen?

Die Ziele einer Organisation oder eines Unternehmens sind aber nun mal auf Effizienz ausgelegt. Und hier erfordert es Planung. Das ist das Problem.

Wenn man mal in die augenscheinlich so innovativen Unternehmen reinschaut, dann stellt man schnell fest, dass es oft Einzelpersonen sind, die ihre Kreativität an die Unternehmen weitergeben. Oder halt, nein: die eine Vision haben und sich verschiedener Talente und Organisationeinheiten eines Unternehmens bedienen. Schauen Sie sich die Biografie von Steve Jobs an, er sagt im Film selbst: „Musiker spielen ihre Instrumente. Ich spiele das Orchester“. Er folgt seiner Vision und stellt sich baukastenmässig die Talente zusammen, die es zur Umsetzung braucht.

Talente wie Jobs könnten sich in straff geführten Organisationen gar nicht entfalten. Denn die Rahmenbedingungen für Kreativität gehen eben meistens nicht vom Unternehmen aus.

Wie also kann man Kreativität in Unternehmen gezielt fördern?

Creativity hack 1: Den Raum für Kreativität muss es immer und immer geben, er muss dauerhaft geschaffen werden. Schaffe eine Anlaufstelle. Schaffe einen Schutzraum: Sei selbst der Schutzraum, indem du jede Idee willkommen heißt und zunächst nicht bewertest. Damit bist du zugleich ein Vorbild. Sammele die Ideen und stimme sie gemeinsam mit dem Team ab, welche davon weiterverfolgt werden sollen und lasse die Auswahl sodann in den Design Thinking Prozess einfließen, um einen Prototypen zu erstellen.

Creativity hack 2: Lerne, vermeintliche Ineffizienz auszuhalten. Da wird schon wieder gekickert, in einem Büro wird permanent geplauscht und der ein oder andere dehnt die Mittagspause über einen langen Spaziergang aus? Gewöhne dich dran. Bei den meisten Menschen führt dies unterm Strich zu weit mehr Effizienz. Jede Hierarchie, jede Weisung beschränkt nun mal Freiräume und damit die Motivation und das Querdenken.

Creativity hack 3: Störe deine Mitarbeiter. Hole sie aus eingefahrenen Prozessen raus. Kreiere Chaos. Fordere doch mal kurzfristig ein Reporting an – aber unter Berücksichtigung völlig neuer KPIs. Setze die KollegInnen dabei unter Druck, signalisiere aber gleichzeitig, dass ein OnePager reicht. Hole doch mal jemanden dazu, der noch nie ein Reporting erstellt hat. Der Soziologe Ronald Burt von der Universität Chicago hat nachgewiesen, dass der kreative Funke zwischen Menschen überspringt – aber nie zwischen denselben. Immer die gleichen Gesichter in den immer gleichen Meetings bringen als Ergebnis mehr vom Gleichen hervor. Spannend wird es, wenn „Störelemente“ hinzukommen.

Lobe das Ergebnis, egal, wie es ausfällt. Mache dabei verständlich, dass Perfektion und Fehler oder Versäumnisse nebensächlich sind zugunsten der entstandenen Teamwork, der neuen Herangehensweise.

Übrigens habe ich diese Artikel geschrieben, während ich eine Kürbis—Kokossuppe gekocht habe. Immer wieder habe ich einen Satz ergänzt, den Kürbis erdolcht, einen Absatz umgestellt, in der Suppe gerührt, ein Wort umformuliert. Von außen betrachtet alles andere als effizient. Aber er ist fertig (und die Suppe auch)!

Wenn du mehr erfahren möchtest empfehle ich dir auch diesen Artikel: Wirkfaktoren von Kreativität in Unternehmen.

Meine Artikel zu teilen ist wie Trinkgeld für mich. Gibst du mir welches?

Warum wir Vision und Mission nicht mehr trennen sollten.

Warum wir Vision und Mission nicht mehr trennen sollten.

Vor kurzem gab ich einen Mini-Workshop zum Thema „Purpose Driven Marketing“.

Ein Marketingansatz, der aus dem „Warum“ entsteht. Ein Marketingansatz, der inspiriert, statt manipuliert. Ein Marketingansatz, der in einer Brand mündet, welche das Potenzial hat zum Steuerungselement der gesamten Unternehmensführung zu werden: Innen wie Außen.

Zurück zum Ursprung: wie entwickle ich einen solchen Ansatz? Sie beginnt mit der Bewusstmachung und Formulierung der Vision und der Mission, aus beidem werden die Markenwerte und das Leitbild kreiert. Kurz gesagt.

Aber warum bediene ich mich eigentlich eine Vision und einer Mission? Warum diese Trennung?

Ausgangslage: Die Mission eines Unternehmens beschreibt den wesentlichen Zweck oder den Auftrag, den das Unternehmen verfolgt. Sie sagt aus, warum das Unternehmen oder eine Organisationseinheit existiert und was das Unternehmen für seine Stakeholder, für Kunden, Eigentümer, Mitarbeiter oder Partner, sein will. Die Mission ist also tendenziell nach außen gerichtet.

Die Vision beschreibt den idealen Zustand des Unternehmens in einer entfernten Zukunft. Der Zeithorizont umfasst dabei ca. 10-15 Jahre. Die Tendenz geht zu kürzeren Visionszyklen. In unserer volatilen Welt sind Planungen über mehrere Jahre ohne Anpassungen nicht mehr sinnvoll. Die Vision bietet vor allem enormes Identifikationspotenzial für Mitarbeiter, was ein Motivationspotential mit zur Folge hat und darüber hinaus eine Orientierungsfunktion für alle Beteiligten des Unternehmens.
Sie ist demnach tendenziell nach innen gerichtet.

Während im Vision-Statement die Inspiration im Vordergrund steht, sollte das Mission-Statement vorrangig zur Orientierung dienen.

Also nochmal gefragt: warum formulieren die meisten Unternehmen eine Mission und eine Vision? Ist das noch zeitgemäß? Warum sollte man seine Vision nicht inspirierend formulieren?

Warum gibt es nach innen eine andere Botschaft als nach außen?

Und außerdem: außerdem habe ich ein Problem damit, dass Visionen meistens zu schwammig daherkommen. Oft findet man die Empfehlung, Unternehmensvisionen bewusst schwammig zu formulieren, um Handlungsspielraum und Anpassung in der Strategie zu gewährleisten. Soweit sinnvoll. Allerdings bieten sie dann wenig Orientierung.

Wenn man aber eine auf Werten basierende Vision formuliert, schon. Denn an Werten lässt sich so schnell nicht rütteln. Werte sind wie Leuchttürme – sie geben die Richtung vor, auch wenn es viele Wege gibt.

Im Sinne von Authentizität sollten wir das Innen und Außen nicht mehr trennen.

IKEA macht es übrigens auch nicht mehr: IKEA’s mission and vision are the same statements:

„Unsere Vision ist es, den vielen Menschen einen besseren Alltag zu schaffen – für die Kunden, aber auch für unsere Mitarbeiter und die Menschen, die bei unseren Lieferanten arbeiten. Wir wollen ein breites Sortiment formschöner und funktionsgerechter Einrichtungsgegenstände zu Preisen anbieten, die so günstig sind, dass möglichst viele Menschen sie sich leisten können.”

Für meine Kunden schaffe ich diese Trennung nun ab. Endgültig.

Ich wünsche euch eine authentische Zeit!