Keine Werbung, was dann? Nähe zum Kunden natürlich!

Keine Werbung, was dann? Nähe zum Kunden natürlich!

Ich wohne in einem großen, über 100 Jahre alten Rotklinkerkomplex in Hamburg. Ich liebe das Wohlklima hier: die dicken Mauern lassen keine Geräusche durch, das Haus erzählt Geschichten. Nur mit der Hausverwaltung und der architektonischen Leistung diverser Instandhaltungsmaßnahmen bin ich nicht glücklich. Oft sind es Kleinigkeiten: Die meisten Bewohner sind emsige Radler (Hallo, Eimsbusch!! Hallo, kein Parkplatz!). Auf dem Hof gibt es viel zu wenig Fahrradständer und die, die es gibt, sind verbaut. Also man muss sich sehr vorsichtig durch dort parkende Autos drücken und das Rad anheben, um überhaupt zum Ständer zu kommen. Wohl bemerkt: NACHDEM dort Baumaßnahmen stattfanden. Der Umstand ist also neu (und nicht wie das Haus 100 Jahre alt).

Wie kann so etwas passieren?

Ganz einfach: niemand hat sich in die Radfahrer hineinversetzt.
Der Architekt nicht, die Verwaltung nicht, (die Arbeiter in der Umsetzung dann eh nicht mehr).

Oder das hier: ich habe einen Hamburger Lieblings-Radiosender. Dieser beschreibt seine Zielgruppe selbst als „jung, kreativ, trendig“ – und dann schalte ich morgens so das Radio ein und es brüllt mich an, dass irgendein Discounter den Gurkenpreis um 11 cent gesenkt hat. Oder irgendein Möbeldiscounter mal wieder seine Möbel verschenkt (also fast). Tja nun, und schon ist es wieder aus, das Radio und spotify läuft.

Das Beobachten und Zuhören von Verbrauchern in ihrer natürlichen Umgebung – wo sie essen, schlafen, arbeiten, spielen und einkaufen – kann eine Fülle innovativer Inspirationen hervorbringen. Dazu muss man aber hinter dem PC hervor kriechen. Umfragen sind nicht genug, man muss sich in die Motivationen, Bedürfnisse und Wünsche wirklich tief hineinversetzen und die „Journey“ einmal selbst machen – im echten Leben oder als Rollenspiel.

Ich liebe japanisches Design – schön und funktionial

Chi Chi kennen die Japaner nicht (es sei denn, sie sind im Cosplay Fieber). Sie kommen gern direkt zur Sache – oder vielmehr zur Lösung. Sie sind es gewohnt, auf kleinem Raum zu leben, denn die Hauptstadt platzt aus allen Nähten und somit hat Unnützes keinen Platz.

Darum gehe ich gern zu MUJI

“Gewinnen Sie starke Einblicke in die Motivationen, Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Kunden, indem Sie sich mit ihnen in ihren eigenen Welten beschäftigen.”

Auch ich habe keine Lust mehr auf „Gedöns“ – so ist mein Wert „Nachhaltigkeit“ ziemlich weit oben auf meiner Werteskala. MUJI trifft meinen Zeitgeist.

Zum Beispiel entwickelte das Unternehmen eine neue Linie nachfüllbarer Spender für Shampoo, Seife und Lotion. Designforscher besuchten Menschen zuhause und stellten fest, dass unordentliche Badezimmer die Norm waren. MUJI CEO in den USA ist Asako Shimazaki. Sie erklärt: “Die Gründe, warum unsere Badezimmer so unordentlich sind, liegen darin, dass Menschen unterschiedliche Marken benutzen und diese ihr eigenes Produkt unterschiedlich darstellen, dass es schnell bunt wird im Bad.” Muji erkannte, dass die Verbraucher visuelle Unordnung reduzieren wollten; Sie wollten, dass ihre Badezimmer ordentlich aussehen, während sie weiterhin ihre Liebelings-Produkte verwenden. Deshalb hat Muji die beliebte Linie nachfüllbarer Spender entwickelt, die in ihrem Design neutral sind.

Mit 400 Filialen in Japan und weiteren 300 Standorten auf internationaler Ebene ist die Haushaltswarenmarke Muji auf Expansionskurs. Der Erfolg von Muji beruht in hohem Maße auf der Verwendung von Vor-Ort-Forschung in den Häusern der Menschen, um subtile Herausforderungen im täglichen Leben zu erkennen und neue Designlösungen zu finden.

Für ein Unternehmen, das keine Werbung macht, ist die Nähe zu Kunden der Schlüssel zum Wachstum. Nochmal: MUJI macht keine Werbung. Und expandiert.

Pssssssssssst: Es geht auch leise. Konsequente und wirkungsvolle Entwicklung von Botschaften auf der Unternehmensvision heraus, die Auswahl der passenden Kanäle – das ist meine Spezialität. Ich unterstütze euch gern dabei!

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