Was gegen Bestandswahrung spricht...

Was gegen Bestandswahrung spricht...

Für 37 Prozent der Befragten schafft Macht Blockaden. Zudem befürchtet, so die Studie, knapp jede zweite Führungskraft einen Machtverlust durch Innovationen.
Warum? Weil man die Veränderung durch Innovation u.U. nicht messen kann. Aus blau wird grün – das kann man nicht in Zahlen belegen. Man verliert also vermeintlich die Kontrolle. Zudem könnte sich eine Eigendynamik entwickeln – ein Shitstorm, oder was ist, wenn gar die Nachfrage nicht bedient werden kann?

Bestandswahrung ist deshalb ein riesiges Thema. Durch eine aufgeblähte Mess- und Steuerungsbürokratie sorgen viele Manager überhaupt erst für ihre Existenzberechtigung. Doch Bürokratie macht ein Unternehmen langsam und alles andere als innovativ.

Das beste Beispiel ist derzeit „Programmatic Advertising“: die Verantwortung für die Performance digitaler Maßnahmen wird einem mathematischen Algorithmus übergeben, von dem – seien wir mal ehrlich – noch keiner so genau weiß, wie und ob er nachhaltig funktioniert. Dabei sind die Zahlen nicht schlecht: aber schauen wir uns die Zahlen mal an. Klickraten? Was heißt das für eine langfristige Kundenbeziehung? Was sagen Klicks über meine emotionale Involvierung aus? Werde ich über Banner, die gestalterisch aus minimalen Bild/Textkombinationen bestehen auch zum Fan der Marke? Und wie gut tut es einer Marke, wenn die Werbemittel (wie neulich geschehen) unkontrolliert auf rechtsgerichteten Seiten ausgespielt werden?
Fraglich. Nicht falsch verstehen, ich verteufele Programmatic nicht, es liefert ordentlich Traffic. Aber damit ist es nicht getan. „Big data ohne Big Idea ist keine Lösung“, so auch André Kemper im Interview.

Unternehmen müssen wieder mehr Verantwortung übernehmen.

Jede Veränderung bedeutet, bekanntes Terrain zu verlassen. Wer Neuland betreten will, muss darüber hinaus mit Gewohnheiten brechen, seine Komfortzone verlassen und ehemals gültige Glaubenssätze über Bord werfen können.

 

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