Neugierde bewahren und gute Fragen stellen? So geht´s!

Neugierde bewahren und gute Fragen stellen? So geht´s!

Es gibt diese wunderbare Geschichte vom Polaroid Erfinder, dem amerikanischen Physiker Edward Herbert Land: Die Sofort-Bilder wurden erfunden, weil seine ungeduldige Tochter ihn fragte, warum man immer so lange auf die Urlaubsbilder warten müsse.

Was wir von Kindern lernen können ist, uns unsere Neugierde zu bewahren sowie unsere Unbefangenheit Fragen zu stellen. Wir wurden neugierig geboren, aber „Antworten“ zu geben wird im Verlauf unser Erziehung und Ausbildung höher gewichtet als Fragen zu stellen.
Fragen zu stellen ist Vielen immer noch unangenehm, weil sie befürchten, ein Defizit zu Offenbaren. So ein Quatsch!

Wir sollten uns unsere Neugierde bewahren und die Fähigkeit, gute Fragen zu stellen unbedingt weiterentwickeln.

Wenn du als Führungskraft, Kollege oder FreundIn denkst, dass du alle Antworten haben sollst, dann schränkst du die Fähigkeit des Systems, kreativ zu sein, erheblich ein.

Schlimmer noch, darauf zu warten, dass Teams zu dir kommen, um nach Antworten und Entscheidungen zu suchen, führt dich auf einen Weg, der weder produktiv noch kreativ ist. Stattdessen ist es deine Aufgabe, die richtigen Fragen zu stellen, Teams dabei zu helfen, die Herausforderungen zu gestalten, für die sie sich entscheiden, und sicherzustellen, dass sie den Endnutzer und seine Bedürfnisse berücksichtigen. Es bewahrt eine Führungskraft nicht nur davor, die richtigen Antworten parat haben zu wollen, es lässt auch den Raum für die Mitarbeiter oder das Team, um ihre eigene Kreativität auszudrücken.

Fragen sind so wertvoll, sie können inspirieren, sie können einen Projektverlauf positiv beeinflussen: Hürden antizipieren, Kundenwünsche und neue Perspektiven einfließen lassen. Die Voraussetzung dafür ist, dass wir offen und vorbehaltlos bleiben.

Wie machen wir das?

1) Zuhören, ohne zu Urteilen: Oft fühlen wir uns so unter Druck und meinen, schnell den Erwartungen anderer gerecht werden zu müssen. Wir sind geschult, zuzuhören, um Antworten zu geben. Dabei sollten wir erst einmal zuhören, um zu Verstehen. Die Perspektive des anderen komplett aufnehmen. Und bis auf den letzten Tropfen warten. Nachfragen. Und erst Antworten, wenn wir innerlich bereit sind.

2) Offene Fragen stellen: Wann, wie, warum … offene Fragen generieren mehr Informationen von unserem Gegenüber. Wenn wir jemandem die Möglichkeit geben, mit ja oder nein zu antworten, kommt ein Dialog zu schnell ins Stocken.

3) Ausprobieren: Wir fühlen uns sicherer, wenn alles planbar ist. Wenn wir keine Überraschungen erwarten. Dabei entwickeln wir uns aber nicht weiter. Erst wenn wir überrascht werden fühlen wir uns lebendig. Und in der Lebendigkeit erblüht die Neugierde.

4) Zugeständnisse machen, offen bleiben, auch für Kritik: wenn wir offen bleiben, denken wir nicht in Begrenzungen. Wir suchen automatisch auch auf anderen Gebieten nach Lösungen. Lösungen sind oft genug nicht naheliegend, daher ist es wichtig, weiter zu suchen.

5) In die Zukunft projizieren: Wie sieht die gleiche Fragestellung in drei Wochen, drei Jahren aus? Das ist jetzt nichts, was man in einer Minute beantworten kann – man sollte sich hier Zeit zum Nachdenken nehmen und Metatrends einbeziehen. Auch bei Krisen: wie viel Bedeutung wird das Szenario noch in drei Wochen oder in drei Jahren haben?

6) „Ich weiß es nicht!“ Neugierige, offene Menschen haben kein Problem damit zuzugeben, etwas nicht zu wissen. Oder nicht gut genug zu wissen. Somit kommen andere zum Zuge und die Fragestellung wird von einer neuen Perspektive beleuchtet. Es ist ihnen wichtiger, hinzuzulernen, anstatt „smart“ zu glänzen.

7) Die Vergangenheit ausblenden. Wie bitte? Wir sollen aus unseren Fehlern nicht lernen? Doch! Aber wir sollten uns nicht von ihnen blenden lassen. Die Rahmenbedingungen werden nicht mehr die gleichen sein. Wenn wir aber alle Fehlervermeidungsprozesse aus der Vergangenheit hochfahren, werden wir verharren. Es ist viel wichtiger, die veränderten Rahmenbedingungen und die damit verbundenen Chancen zu beleuchten.

Wie macht ihr es? Wie bleibt ihr Kind und neugierig und offen? Habt ihr die Magie von “guten Fragen” schon erlebt? Schreibt mir gern eure Erfahrungen: hello@creativityhacks.de

pic via unsplash Pete Wright

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